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Kognitive Verzerrungen
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Kognitive Verzerrungen

Denkmuster, die die Angst unbewusst nähren – und wie man sie erkennt.

Katastrophisierung

„Wenn mir übel wird, muss ich mich übergeben, und das wird unerträglich.” Die Folgen werden in der Vorstellung drastisch überzeichnet. Realistisch gesehen: Übelkeit geht vorbei, Erbrechen ist unangenehm, aber nicht gefährlich, und man kommt danach zur Ruhe.

Intoleranz von Unsicherheit

Das Bedürfnis, mit Sicherheit zu wissen, dass nichts passiert, hält die ständige Überwachung am Leben. Aber absolute Sicherheit gibt es nie – im Leben nicht und auch nicht im Körper. Zu lernen, mit Unsicherheit zu leben, ist ein zentraler Therapieschritt.

Gedanken-Handlungs-Fusion

„Wenn ich denke, mir wird übel, wird es auch passieren.” Die Grenze zwischen Vorstellung und Realität verschwimmt. Gedanken sind aber keine Vorhersagen – sie sind nur Gedanken. Zu lernen, sie als das zu erkennen, entmachtet sie.

Selektive Aufmerksamkeit

Das Gehirn filtert ständig Reize. Bei Emetophobie wird alles, was mit Übelkeit zu tun hat (Magenknurren, ein Wort, ein Bild), herausgefiltert und fokussiert – während harmlose Reise ignoriert werden. Dieses Filter kann man durch Aufmerksamkeitsübungen allmählich umtrainieren.

Gefühlsphobie

Manchmal ist nicht die Übelkeit selbst das Problem, sondern die Angst vor dem Gefühl der Angst („Angst vor der Angst”). Man fürchtet, die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden oder nicht mehr aufhören zu können. Auch das ist eine Form der kognitiven Verzerrung – und behandelbar.

Übergeneralisierung

Einmal übel geworden im Auto → „Autofahren ist gefährlich.” Einmal übel geworden nach einem Essen → „Essen ist gefährlich.” Die Angst wird auf immer mehr Situationen ausgeweitet. Das Leben wird enger. Exposition hilft, diese Verknüpfungen aufzulösen.

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